Das Historische Straßenbahndepot St. Peter Nürnberg...
... zeigt die wichtigsten und schönsten Straßenbahnwagen Nürnbergs von 1881 bis heute. Zusammen mit der VAG Nürnberg, dem Träger der Einrichtung, restauriert und pflegt der Verein “Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e.V.” zahlreiche Oldtimer, um diese für Sonderfahrten durch Nürnberg einzusetzen.
Zwar konnten gerade aus der Pferdebahnära und der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wichtige
Straßenbahnwagen erhalten werden, jedoch hat die Sammlung an bedeutender Stelle eine Lücke: Die Jahre
1896 bis 1925 sind nur bedingt repräsentiert. Zwar existieren mit den fahrfähigen Triebwagen 204 (Baujahr
1904) und 701 (Baujahr 1913) zwei wesentliche Meilensteine in der Geschichte der Straßenbahn, doch hat kein Beiwagen die Zeit bis heute vollständig überdauert. Dieser Umstand liegt darin begründet, dass Triebwagen oftmals als Arbeitswagen weiterverwendet werden konnten, die unmotorisierten Beiwagen jedoch nach der Ausmusterung kaum benötigt wurden.
Glücklicherweise ist ein Untergestell samt Fahrwerk eines charakteristischen Straßenbahnbeiwagens dieser
Epoche erhalten geblieben. Dieses Untergestell sowie weitere noch vorhandene Originalteile ermöglichen es
nun, eine solchen Wagen originalgetreu zu restaurieren und die Lücke in der Sammlung historischer
Schienenfahrzeuge in Nürnberg zu schließen. Diesem Ziel hat sich der Verein bereits 2006 verschrieben und mit der Planung und Spendensammlung für dieses Projekt begonnen.
Die Restaurierung und anschließende Wiederinbetriebnahme des Triebwagens 204 (Baujahr 1904) in den
Jahren 1999 bis 2003 sowie der Wiederaufbau des Omnibusses 521 (Baujahr 1959) durch den Verein hat
gezeigt, dass ein solch umfassendes Projekt alleine durch Spenden sowie ehrenamtliche Arbeitsleistung
durchgeführt werden kann. Inzwischen ist das Ziel den historischen Beiwagen 336 zu restaurieren und künftig
hinter den Triebwagen 204 und 701 einzusetzen in greifbare Nähe gerückt. Im Folgenden wird daher ein
allgemeiner Überblick über das Projekt gegeben.
DIE REKONSTRUKTION
Der Gedanke, das vorhandene Untergestell des Beiwagens 336 für eine
Rekonstruktion heranzuziehen, wurde erstmals Mitte der 1980er Jahre
formuliert. Zwar wurden damals bereits konkrete Überlegungen
angestellt, jedoch konnte keine Firma oder Institution gefunden werden,
die in der Lage war, einen solchen Wagen mit den Werkstoffen und
Werkzeugen von 1904 wiederaufzubauen.
In Jahr 2003 konnte die
Wiederinbetriebnahme des Triebwagen 204 (Baujahr 1904) gefeiert werden.
Dieser war durch Spendengelder und über 4000 ehrenamtlichen
Arbeitsstunden wieder in den Zustand von 1904 zurückversetzt worden. Da
bisher kein passender Beiwagen vorhanden ist, kann dieser nur ohne
Anhänger zu historischen Fahrten eingesetzt werden.
Seit 2006
werden daher seitens des Vereins intensive Anstrengungen unternommen,
die Rekonstruktion des Beiwagens zu ermöglichen. Da weder im
Historischen Straßenbahndepot St. Peter, noch in den Werkstätten der
VAG ausreichen Kapazitäten vorhanden sind, erklärten sich die
Verkehrsbetriebe der Nürnberger Partnerstadt Krakau bereit, den
Wiederaufbau in ihren Werkstätten durchzuführen.
Bereits 1984
haben die Krakauer Verkehrsbetriebe den ehemaligen Nürnberger
Straßenbahnwagen 144, der 1941 nach Krakau verkauft wurde,
originalgetreu rekonstruiert. Dieser ist heute eines der Schmuckstücke
der Sammlung historischer Straßenbahnwagen Nürnbergs.
Das
handwerkliche Können der Mitarbeiter der Krakauer Verkehrsbetriebe ist
darüber hinaus sehr überzeugend: Bereits für zahlreiche Städte wie
beispielsweise Zwickau oder Braunschweig hat MPK Krakau historische
Fahrzeuge restauriert und dabei die Arbeiten fachlich sehr kompetent
und äußerst originalgetreu durchgeführt. Die Partnerschaft der Städte
Nürnberg und Krakau sowie die guten Beziehungen der Verkehrsbetriebe
beider Städte schaffen zudem die Grundlage für die vertrauensvolle
Zusammenarbeit bei der Rekonstruktion des Beiwagens 336.